Fleischkonsum = Welthunger

Die Tierhaltung in dem Ausmass wie wir sie jetzt vorfinden, ist nicht nachhaltig und bedingt zwingend einer Veränderung.

Rund 2 Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz wird für die Tierhaltung und für den Anbau von Getreide und Gras beansprucht. Dieser Wert entspricht dem Durchschnittswert aller Agrarflächen der Erde. Die daraus resultierende Ernte der Getreidesorten, wie Mais, Hafer und  Weizen als auch Heu und Gras wird ca. zu einem Drittel an Tiere für den Fleischbedarf des Menschen verfüttert. Ein Rind oder eine Kuh frisst täglich etwa 2kg Futter pro 100 kg Lebendgewicht. Eine durchschnittlich grosse Kuh wiegt ca. 600kg, so nimmt diese also 12 kg Futter täglich auf. Dieses „Futter“ könnten wir jedoch auch essen. Man füttert quasi Essen mit Essen. Dieser Zyklus ist aber nicht notwendig. Der Mensch kann auch sehr gut ohne tierische Produkte leben.

Bei der Sojaproduktion sieht es noch  drastischer aus. Nämlich 90% der Soja-Ernte wird an Tiere verfüttert. Soja wird meist in Südamerika, vor allem in Brasilien angebaut. Wegen der riesigen Sojaplantagen werden Hektare vom Regenwald gerodet und verbrannt. Slums werden vernichtet, Menschen werden aus ihren Häusern vertrieben. Die Schweiz importiert täglich 800 Tonnen Kraftfutter, in Form von Soja für Schweine, Kühe, Pferde und Hühner. Nicht einmal 10 % der Sojaproduktion nimmt der Mensch in Form von Müsli, Tofu oder Ersatzfleischerzeugnissen zu sich. Ich persönlich kaufe Sojaprodukte aus nachhaltigen biologischen Quellen, meist aus der Schweiz aber auch aus Deutschland und Österreich. In der Schweiz bauen wir auch Soja an, im Jura gibt es eine Sojaplantage. Die kleine Schweiz hat aber zu wenig Agrarfläche, um genügend Soja anzubauen, daher wird aus dem Ausland importiert.

Man muss bedenken, dass immer noch Menschen in Drittweltländern verhungern und an Mangelernährung sterben. Genau aus diesen Ländern stammt auch das meiste Futter für Schlachttiere. Ein Paradoxon, nicht!? Der Mensch schadet im Grunde genommen nur sich selbst mit dem Konsum von Fleisch und tierischen Produkten.

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fotolia stock photo World Map of Grain on Plate

Not your mom – not your milk Warum vegan?

FitnessDeckblatt

Ich bin 29 Jahre alt. Etwa 16 Jahre lebte ich als Allesesserin, 13 Jahre als Vegetarierin und seit fast 2 Monaten ernähre ich mich pflanzlich. Ich habe mich schon immer  für die vegane Ernährung interessiert und auch an manchen Tagen darauf geachtet, dass ich mich komplett pflanzlich ernähre aber nie bewusst darüber nachgedacht, komplett vegan zu essen. Auch habe ich mich, wie viele Andere, die Fragen gestellt: „was esse ich dann noch?“, „Von wo kriege ich mein Protein?“, „ist das gesund?“. 

Diesen Sommer habe ich angefangen mich ein bisschen mehr dafür zu interessieren und mich mit dem Thema Veganismus auseinanderzusetzen. Ein Muss ist natürlich die Speech von Gary Yourofsky, dem veganen Aktivisten, der sich für Tierrechte engagiert. Gary hat meine Sichtweise und ich muss sagen auch mein Leben verändert. Ich gehe nicht mehr gleich durch einen Supermarkt, ich schaue mir Menükarten von Restaurants mit anderen Augen an. Gary Yourofsky hat mich sehr sensibilisiert bezüglich Tierhaltung, Massenzucht, Biohöfe und Vegetarismus. Ich habe lange gedacht, ich als Vegetarierin lebe bewusst. Ich unterstütze die Fleischproduktion nicht, wegen mir müssen keine Tiere leiden oder sterben. Ich denke nun aber, dass ich mich getäuscht habe. Ich denke auch, dass ich nicht genau hinsehen wollte und mich nicht zu sehr damit beschäftigen wollte, was auf meinem Teller ist und was es für Auswirkungen und Konsequenzen für Tiere und Umwelt, aber auch für die ganze Menschheit hat. (Das Thema Umwelt untersuche ich im nächsten Blogbeitrag).

Als Vegetarierin habe ich sehr viele tierische Produkte konsumiert. Ich ass täglich Produkte wie Hüttenkäse, Magerquark, Käse und auch Eier. Diese Nahrungsmittel liefern sehr viele Proteine, daher war es für mich logisch, auch viel davon zu essen. Ich habe mir aber nicht wirklich darüber Gedanken gemacht, warum eine Kuh immer Milch gibt. Ich habe gedacht, das sei bei Kühen normal. Leider habe ich da sehr falsch gedacht. Kühe geben, wie auch alle anderen Säugetiere, der Mensch eingeschlossen, nur dann Milch, wenn sie auch ein Kind geboren haben. Die Milch ist dazu da, ein Kind zu ernähren. Kuhmilch ist Muttermilch. Kuhmilch ist nicht für Menschen gedacht, die Milch ist für das Kalb. Not your mom – not your milk!

Damit wir morgens unsere Schale Müsli verdrücken können, am besten noch mit Schokogeschmack und richtig grossen Milchschokoladestücken und später beim Mittagessen unseren low carb Tomate-Mozzarella-Salat geniessen  können, wird eine Baby-Kuh direkt nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt. Das Kalb erhält keine Muttermilch, es wird in vielen Ländern mit Ersatzfutter gefüttert. In der Schweiz beschäftigen sich momentan viele (Bio-)Bauern damit, ihre Kälber eine Zeit lang mit Muttermilch zu ernähren, dies nennt sich Mutterkalbhaltung. Bietet der Bauer jedoch Bio-Kalbfleisch an, wird es nach einigen Wochen sowieso zum Schlachter gefahren.

Die Mutterkühe leiden sehr unter der Trennung. Sie schreien nach ihren Kindern und zeigen ein sehr verwirrtes und desorientiertes Verhalten. Tiere haben auch Gefühle. Bei Hunden oder Katzen spürt man die Emotionen auch. Ein Tierhalter weiss, wenn sein Tier Freude hat oder ängstlich ist. Kühe werden regelmässig künstlich befruchtet, damit sie konstant Milch abgeben. Nach ca. 5 Jahren, werden diese Tiere auch geschlachtet und zu Fleischwaren verarbeitet.

Ich empfehle Allen! den Vortrag von Gary Yourofsky zu hören. Ich behaupte es wird in allen Menschen etwas auslösen, er wird dich garantiert berühren. Ich behaupte nicht, dass wegen Gary Yourofsky gleich alle zum Veganer oder zur Veganerin werden aber es wird viele zum Nachdenken bringen.

Ich möchte ohne schlechtes Gewissen essen. Ich möchte nicht darüber nachdenken, ob Kühe, Schafe und Hühner wegen meiner Gier nach Cheesecake oder Lust nach Keksen gelitten haben. Ich möchte mit meinem Konsum nicht unterstützen, dass Milliarden von Tiere pro Jahr gezüchtet, ausgenutzt und geschlachtet werden.                                           Fällt es mir leicht so zu leben? Nicht immer. Um sehr ehrlich zu sein,  liebe ich Pizza, Schokolade, Croissants, Cookies, Sahneeis etc. Ich liebe Essen, es ist meine Leidenschaft. Ich bin eine sehr emotionale Esserin, ich verbinde viele schöne Momente, Ausflüge und Reisen hauptsächlich mit Essen. Ich liebe die Stadt London. Nicht unbedingt, wegen der Architektur oder dem urbanen Vibe, natürlich auch aber in London kann man ganz toll essen! haha Vor allem auch als Vegetarierin. Ich muss manchmal selbst über mich lachen, weil Essen eine so grosse Bedeutung in meinem Leben hat. Wenn ich mir denke, nie wieder in meinem Leben eine heisse Schokolade zu trinken und mein mit Butter und Konfitüre beschmiertes Croissant darin zu tunken, blutet mir schon ein bisschen das Herz. Ich denke dann an Gary Yourofsky und weiss, dass es nicht richtig ist. Ich kann es mit mir selbst nicht mehr vereinbaren. Ich weiss nicht, ob ich mein ganzes Leben lang zu 100% vegan bleiben werde. Evtl. werde ich ein paar Ausnahmen machen, ich weiss es noch nicht. Ich bin auf dem Weg zur veganen Ernährung. Ich habe erst seit 2 Monaten angefangen. Ich lasse mir Zeit, zum Wechsel. Es ist mir bis jetzt sehr gut gelungen. Leider aber wurde mir in einem Sushi Restaurant einmal vegetarisches Sushi gebracht, ich habe es erst später gemerkt, dass es in einem Ei hatte. Später habe ich auch herausgefunden, dass in den anderen Sushi Rollen Mayonnaise hatte. Ich habe es leider nicht gemerkt und deklariert war es auch nicht.

Schlussendlich denke ich, der Geschmack von Käsepizza, einem Schokoriegel oder Mousse au Chocolat, es nicht wert ist, dass ein Tier leiden und getötet werden muss.

Pflanzliche Protein Quellen:

  • Linsen
  • Quinoa
  • Reis
  • Teigwaren, Nudeln
  • Vollkornbrot
  • Kichererbsen
  • Nüsse
  • Kidneybohnen, weisse Bohnen
  • Erbsen
  • Buchweizen
  • Nüsse
  • Nussbutter: Peanutbutter, Cashewbutter, Mandelmus
  • Tofu
  • Seitan (Weizenprotein)
  • Kerne: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc.
  • Samen: Leinsamen, Sesam, Chia etc.
  • Kartoffeln